Tour Diary New Zealand

tongario crossing

Der aelteste Nationalpark Neuseelands, der "Tongario National Park", ist wie vieles andere eine Touristenattraktion. Und sieht man die Bilder, dann moechte man auch eigentlich einmal oben auf dem Gipfel stehen, Auge in Auge mit dem "Schicksalsberg von Mordor ".

Auch wir wollten durch den Park wandern und die Natur geniessen, allerdings sollten wir das erst unbeschwert nach ein paar anfaenglichen Schwierigkeiten duerfen:

Der Ausgangspunkt zum "Tongariro Crossing" (Rote Strecke auf der Karte) ist das nette, kleine Doerfchen Taurangi. Hier faehrt taeglich ein Bus bis zum Ausgangspunkt (Mangatepopo) und holt einen 9 Stunden spaeter wieder ab - am Ende des Tracks. Dafuer muesste man 36 $ pro Person bezahlen. Das war uns zu teuer.

Also beschlossen wir: Wir stellen unsere "Havanette" einfach in Whakapapa ab, laufen in drei Tagen die ganze Runde rum (Blaue Strecke) und kommen somit zwar nicht billiger (die Huetten kosten pro Uebernachtung 20 $ - das sind 80$ fuer uns beide fuer 2 Naechte!!!), aber wir haben Zeit und koennen in Ruhe wandern.

Gesagt. Getan. Zweieinhalb Tage sind wir den sogenannten 'Northern Circuit" gelaufen, sind durch Ebene und Straeucher gestapft, haben uns von Felsvorsprung zu Felsvorsprung gehangelt, uns gegen eisigen Wind gestellt, haben uns im kuehlen Schatten der Steine vor der Sonne geschuetzt, um endlich auf dem Gipfel des Mount Tongario anzugelangen! ... (siehe Bilder-Geschichte dazu)

Dieser Drei-Tages-Track hat sich richtig gelohnt. Auch wenn wir danach muede, verdreckt und doch etwas hungrig in unsere Havanette gefallen sind - das Glueck nach der Besteigung des Gipfels - das blieb.

 


25.2.07 02:19, kommentieren

spurensuche

Damit ihr nicht jedesmal Atlas, Weltkarte oder Globus ausgraben muesst, um unsere Tour zu verfolgen, haben wir unter der Rubrik "Wo wir gerade stecken" eine kleine Neuseelandkarte geparkt und darauf mit roten Kreuzchen unsere bisherigen Stationen markiert.

1 Kommentar 26.2.07 06:16, kommentieren

ein kleiner nachtrag

In Whitianga sind wir noch einen Tag geblieben, haben uns Fahrraeder ausgeliehen und endlich mal wieder auf die Sattel geschwungen, sind dabei auf den wunderbaren Sonnenuntergang gestossen, den man zweifach in "watch out" bestaunen kann und haben uns noch mal beim Tischtennis ausgearbeitet. Ausserdem haetten wir beinahe einen neuen Mitreisenden aufgegabelt... aber wir haben die kleine schwarze Katze, die sich in unserer Havanette ueberaus wohlfuehlte, dann doch an Ort und Stelle gelassen...

Tags darauf war wieder eine laengere Fahrt angesagt, bei der sich hinter der Havanette erneut lange Autokolonnen bildeten. Ist eben ein gemuetlicher Van. Und bergauf kommt sie schon mal ins Schnaufen. Aber wir machten (und machen) uns nichts draus und troedelten gemaechlich ueber die gebirgigen Strassen, bis wir am spaeten Nachmittag in Tauranga ankamen.

Dort schrie der Mt. Maunganui - ein wie in die sonst so flache Landschaft geworfener, 250m hoher Felsklotz - danach, bestiegen zu werden und wir nahmen die Chance wahr, unsere Bergschuhe einzulaufen, da wir im Hinterkopf schon unsere Wanderung durch das Vulkanmassiv um den Mt. Tongariro hatten.

Gut: Eine richtige Wanderung wurde es dann doch nicht, auch wenn wir von dem halben dutzend Wegen, das auf und um den Mt. Maunganui fuehrt, die zwei kraxeligsten rausgesucht hatten. Aber ein schoener Abendspaziergang, der vom Gipfel einen Blick weit hinaus auf den Pazifik bot, wo ein grosses Kreuzfahrtschiff in der fruehen Abenddaemmerung verschwand. 

Unbekuemmert parkten wir nach der Rueckkehr unseren Van direkt an der Strandpromenade, schnipselten uns auf dem Buergersteig einen leckeren Salat - sehr zur Verwirrung und Belustigung der Passanten - und schlummerten dann ein.

Der naechste Morgen begann mit einem Bad im Meer und einer erfrischenden Dusche, die sich Johanna auf einem nahegelegenen Campingplatz, Falko an der oeffentlichen Stranddusche erschlich. Nach dem Morgenspaziergang auf einer vorgelagerten Halbinsel, goennten wir uns einen dringend noetigen Eiskaffee und machten uns auf den Weg ins Landesinnere - nach Turangi, von wo aus wir spaeter unsere Wanderung starten wollten.

Na? Gespannt, wie die Wanderung war? Hungrig auf Fotos? - kommt noch  

1 Kommentar 26.2.07 06:11, kommentieren

bilder und die erlebnisse dazu

Leider haben wir es bisher nicht geschafft, weitere Bilder hochzuladen, bzw. Euch etwas dazu zu erzaehlen. Das kommt aber in den naechsten Tagen. Bis dahin schufften wir erst einmal ein bisschen auf der Apfelplantage!

Gruss, die Herde

PS: erste Eindruecke unter "Watch Out" und dann fleissig runter scrollen...

1 Kommentar 21.2.07 02:52, kommentieren

von dauercampern, 25 cd's und ekelhaften suessigkeiten

Die Herde ist seit gestern abend in Whitianga, einem kleinen Ort auf der Coromandel-Halbinsel. In der Bucht, die sich direkt vor unserem Hostel ausstreckt, soll James Cook bei seiner ersten Entdeckungsfahrt geankert und auch erstmals Gefallen an der Insel gefunden haben.

Und tatsaechlich hat dieser Flecken Erde einen reizvollen Charme. Der Strand zieht sich weit und sanft mit hellem Sand, am Rande der Bucht ragen hoehere Felsen und Klippen auf, die dem ganzen eine wilde Romantik verleihen. Die umliegenden Huegel sind teils grasbewachsen und einzig den Schafen vorbehalten, teils aber von einem skurrilen Mix aus Palmen und Nadel-Baeumen bedeckt.

Wie an den letzten drei Tagen haben wir den Morgen mit einem erfrischenden Bad im kuehlen Meer zelebriert und uns hinterher die Salzkristalle aus den verfilzten Locken gelaust.

Auf unserer Fahrt von Auckland nach Coromandel Town (vorgestern) hat Johanna ihre ersten Fahrversuche mit der Vanette gemacht. Aber was heisst "Versuche"? Sie ist gefahren! Eine gute Stunde. Und gestern hat sie die Dosis verdoppelt. Falko fuerchtet eine Sucht. Vor allem fuerchtet er um die Privilegien seiner maennlichen Kompetenz. Auch im Tischtennis-Spielen schlaegt Johanna sich (bzw Falko) wacker - wie gestern Abend erprobt.

Aber nochmal von Vorgestern an: Wir hatten Auckland nach der Ueberschreibung der Vanette verlassen, haben vollgetankt (fuer umgerechnet 26 Euro... da werden einem die Augen feucht...) und uns am Highway endlich mal mit Gemuese vom Bauern eingedeckt, was in den Supermaerkten oft unbezahlbar ist. Im Warehouse - sowas wie ein kleines Ikea mit allem von Gartenausruestung ueber Klamotten bis zu Musik und Knabbereien - haben wir Gaskartuschen fuer unsere zwei Kocher geholt, damit wir ab jetzt weitgehend unabhaengig von Hostels  und Kuechen sind, was enorm Geld spart.

Natuerlich kamen wir nicht an den CD-Regalen im Warehouse vorbei, haben die Verkaeuferin (ein wandelndes Phlegma sondergleichen) mit einem Stapel von 25 Platten geschockt und diese genuesslich Probe gehoert. An der Kasse entdeckte Falko eine Packung mit der Aufschrift "Raspberry & Chocolate", griff hungrig zu und sollte beim Auspacken am Abend eine ekelhaft suesse, chemische Ueberraschung erleben. Hat jemand schon mal erlebt, dass Falko Essen wegschmeisst? Bis zu diesem Moment noch nicht...

Die Fahrt an der Kueste entlang ging langsam, auf Grund der gewundenen und unueberschaubaren kleinen Strasse, dafuer gab es wunderbare Landschaften zu sehen und das erste Mal Ruhe und Einsamkeit. Zumindest konnte man sich das minutenweise einbilden, wenn man die gelegentlich vorbeikommenden Autos ausblendete. 

In Coromandel Town kamen wir so spaet an, dass uns kein Hostel mehr aufnehmen wollte. Einem waren wir nicht gut genug, es war eher ein Motel mit Spa-Resort und Sky-TV, eine Snob-Absteige. Das andere war ueberbelegt und die scheissfreundliche Besitzerin komplimentierte uns nach draussen. Schlussendlich standen wir an einem oeffentlichen Strand, ein paar Meter weiter begann eine Farm von Dauercampern. 

Auch hier begannen wir unseren Morgen - ungeachtet einiger neugieriger Blicke - mit dem ueblichen FKK-Bad, mussten beim Abtrocknen aber feststellen, dass wir von zwei halbstarken Voyeuren Mitte 20 gefilmt worden waren. Dummerweise hatten sie eine DVD-Kamera, von der sich das Video nicht separat loeschen liess, so dass wir die komplette DVD samt deren Urlaubserinnerungen vernichteten. Rache ist Blutwurst.

Den Rest des gestrigen Tages verbrachten wir auf Irrwegen durch die Coromandel-Halbinsel, an Straenden und Buchten entlang, durch Regenwald, durch Gebirge, auf Schotterpisten, an Weiden vorbei, zwischen Kiefern und Palmen hindurch... das klingt alles traumhaft, ist auch wirklich bemerkenswert (manches erinnert an Griechenland, anderes an Schweden oder Italien, manches an das Voralpenland...), aber irgendwann langweilt es doch. So waren wir froh, gestern recht frueh am Abend hier in Whitianga angekommen zu sein und diesmal auch ein Hostel zu finden.

Johanna moechte Falko jetzt im Tischtennis demuetigen und danach wollen wir noch mit nem Kajak auf's Meer fahren. Jaja, das sind Ferien...

6 Kommentare 14.2.07 03:09, kommentieren

tag am meer

Natuerlich bedarf es einer Probefahrt, wenn man einen Van gekauft hat. Das Problem ist, dass man hier andersherum faehrt. Links.

Da Johanna keinen Fuehrerschein hat, musste Falko hinters Steuer. An sich hat die erste Fahrt super geklappt. Bis auf eine kleine Lappalie: An einer Kreuzung standen wir eine ganze Weile vor einem Auto und warteten darauf, dass wir fahren durften. Es wurde gruen und rot, und wieder gruen und rot. Bis wir registrierten, dass wir hinter einem parkendem Auto standen, dauerte es! Das war dann doch zu weit links!

Nachdem wir aus unserem Hostel in Aucklands Innenstadt ausgecheckt hatten, haben wir unsere Vanette erst einmal gruendlich entruempelt. Der Ramsch von unzaehligen Vorbesitzern befand sich noch darin und nahm eine Menge Platz. Ausserdem mussten wir die Bettdecke in schlaumeliges dunkelgruen huellen, also neu beziehen. Und ein paar neue Kissen gabs bei der Gelegenheit auch. Jetzt haben wir fuenf... Das sechste hat Falko heut frueh entsorgt, nachdem es hartnaeckig immer wieder aus unserer Heckklappe in die Pfuetze purzelte.

"Fanta 4" an, Fenster runter, Kippchen an und ab gings.... Richtung Strand. Diese Nacht wollten wir nicht in einem Hostel verbringen. Eine kleine Bucht, die "Mission Bay", sah einladend aus und so parkten wir genau am Meer!

Am Abend sassen wir am Strand unter einem Baum, haben unsere Nudeln a la "Chicken Pomodore" gekocht, Cider getrunken und aufs Meer geschaut. Zum Klang der Wellen und des Windes sind wir dann eingeschlafen. Die erste Nacht in unserer "Vanette".

Heute morgen, nach dem Fruehsport, waren wir im kalten Meer schwimmen. Putzmunter haben wir dann die "Vanette" auf uns ueberschreiben lassen. Unser erstes Auto. Ganz ohne Papa! ;-)

Jetzt gehts raus aus Auckland nach Coromandel....

6 Kommentare 12.2.07 01:49, kommentieren

schlaumel-van

Unter grossen Schmerzen haben wir gestern unseren zukuenftigen Van zugesagt bekommen. (Morgen lassen wir ihn auf uns ueberschreiben). Hanna, die Vorbesitzerin von "Vanette", hatte insgeheim gehofft, wir wuerden ihn nicht nehmen. Tja, pech gehabt. Das Radio ist zu gut, als dass wir uns das Auto haetten entgehen lassen koennen. Probefahrt im Linksverkehr mit Fanta 4...

 

In Johannas vorhergehendem Hostel haben wir nen schoenen Abend verbracht, zwei Flaschen Wein geleert und uns mit Nudeln vollgestopft. Seltsam, am anderen Ende der Welt zu sein, dann aber doch deutsch zu reden, weil so viele aus "good olde germany" stammen. Johanna hat sich dran gewoehnt, Falko mag's gerade gar nicht.

 

Dummerweise plagt uns beide gerade enormer Hunger. Also ab zu Subway (Baguette holen) und zu Starbucks (Eiskaffee eintueten lassen) und dann runter an den Hafen um in der kuehlen Meeresbrise das schwuelwarme Wetter besser zu ertragen. Dekadenz for you and me...

2 Kommentare 9.2.07 06:18, kommentieren

together again - auckland

Lassen wir das beiderseitige warten und schlaflos sein mal bei seite. fliegen kann einem nach 48 stunden tatsaechlich laestig werden. aber kosmopolitisch fuehlt man sich schon, wenn man dubai, bangkok und sidney auf der reiseroute hat, die stewardessen im plauderton mit einem sprechen, ein take-off so gewoehnlich ist, wie die abfahrt des busses an der haltestelle.

das landen jedenfalls war doch das wichtigste. aber landen hiess nicht "ankommen". denn vor das glueck haben die goetter den zoll gesetzt. und der ist kleinlich. also mussten wir beide noch mal zwei stunden warten, uebelkeit im magen und ungeduld, die als motiv zum mord hergehalten haette.

wenn man sich nach vier monaten wieder sieht, begleiten einen vorfreude und angst gleichermassen. es ist befremdlich und doch vertraut. erwartungen und befuerchtungen ueberschlagen sich. und letztlich fuehlt es sich doch endlich wieder an wie "zu hause". kann das jemand verstehen? am anderen ende der welt zu sein und doch so ruhig und gluecklich, als waere nichts normaler?

jetlag ist egal. die fremde sprache und der linksverkehr nicht weiter stoerend, das kleine, enge hostelzimmer gemuetlich, nichts kann diesen tief-inneren frieden angreifen.

wir werden gleich unseren potentiellen van begutachten, in johannas vorhergehendem hostel mit ein paar lieben leuten wein trinken und in den naechsten tagen unsere erste eigene campingausruestung kaufen. dann noch zwei tage in auckland, am strand liegen, braun werden, starbucks-kaffee trinken und lecker futter machen.

am sonntag machen wir uns auf den weg. raus aus der grossen stadt. hinein ins naturwunderland. unberuehrte straende, suedsee-flair. nordinsel erkunden. zusammen. endlich zusammen...

2 Kommentare 8.2.07 05:00, kommentieren

Wow, Du und ich, wir beide sind ein prima Team, wir sollten zusammen nach Süden zieh'n!

- Wo steckt ihr denn alle? Diese Nummer bringen die jedes Jahr. Warum nur? -

 

Dies ist der Anfang einer wundervollen Reise, die eigentlich längst begonnen hat. Wer mag Anachronismen? - Ich, Ich! - also gut.

Jedenfalls werden Elli und Manni, a.k.a Mi und chimp, f.k.a. Johanna und Falko in baldigster bälde zusammen durch Auenland, Rohan und Mordor ziehen, immer umgeben von ihren treuen begleitern Diego (a.k.a. Bert), Opossum 1 (a.k.a. Minimi) und Opossum 2 (a.k.a. Brecht). Sid (a.k.a. bördibör) muss leider daheim bleiben. Schuld ist Bismarck. Im weitesten Sinne. Wobei die Hessen die Schulpflicht ja schon eher hatten, nur halt keine Schulen.

Und eigentlich ist das auch nur ein Test, ob das ganze auch vorzeigbar wird.

 


2 Kommentare 24.1.07 12:23, kommentieren