Tour Diary New Zealand

eiszeit

Wer noch immer des simplen Glaubens ist, dass es in Richtung Sueden bestaendig waermer werde, der irrt. Wir haben uns in der letzten Nacht buchstaeblich den Hintern abgefroren, als wir versuchten, unseren Strahl so in den eisigen Wind zu richten, dass wir nicht nass wuerden...

 

Das Leben in einer rollenden Wohnung ist sicher nicht ideal fuer die Jahreszeit. Oder umgekehrt.

 

Zwar hat man jeden Abend die freie Wahl, wo man naechtigen moechte - letzte Nacht beispielsweise nahe eines Vogelschutzreservoirs fuer "Royal Albatrosses" und "Yellow-eyed Penguins" auf einer ruhigen, wildromantischen Halbinsel an der Ostkueste - aber wenn das Heulen des Windes einen dann bis Mitternacht nicht schlafen laesst, das Auto bei jeder Boee schaukelt und die Regentropfen richtiggehend gegen die Fenster krachen, sehnt man sich doch nach vier stabil gemauerten Waenden und doppelt verglasten Fenstern.

Heute morgen sahen wir einige Spitzen der umliegenden Berge mit dem ersten Schnee bedeckt...

4 Kommentare 8.6.07 07:57, kommentieren

dunedin

Ein allerletztes (oder erst vorletztes) Wochenende haben wir doch noch im "Fat Eddies" gearbeitet. Dann aber sind wir mit Vollgas (mit Vanette *glucks*) Richtung Dunedin abgefahren. Endlich konnten wir die Natur so richtig geniessen. Nach drei Monaten Stadt waren wir richtig ausgehungert. Die Bilder in "Watch Out" ersparen die Geschichte.

In Dunedin angekommen, haben wir uns erst einmal ein Hostel gesucht. "Hogwartz" (ja, mit "Z" geschrieben)! Und uns auch umgehend alle vier Harry-Potter-Filme angesehen.

Johanna hat daraufhin gleich angefangen zu Hexen: Gutes Resultat, oder?

 

Enemene Fliegendreck, Falkos Haare fliegen weg....

Hexhex!!!

 

Heute morgen wollten wir uns dann, nach zwei Tagen nix tun, mal wieder bewegen. Wir fuehlten uns traege und fett. Also ab in die Schokoladen-Fabrik von Dunedin:

Johanna spottete noch, die Fabrik wuerde bestimmt schliessen, wenn Falko kaeme. Dieser hatte sich noch vorsorglich O-Saft geholt, um den Schokoladen-Durst etwas zu mindern. Und.....

....welch Ironie!

 

Dazu meint Falko dann nur noch:

 


4 Kommentare 6.6.07 09:06, kommentieren

immer noch christchurch

Da sind wir nun in Neuseeland und man erwartet grossartige, spannungsreiche Nachrichten von uns. Aber da muessen wir euch leider enttaeuschen.

Wir sind nach wie vor in Christchurch, arbeiten weiterhin um die 40 Stunden im "Fat Eddies", sind inzwischen krank und etwas heimatbeduerftig.

In 2 Wochen verlassen wir Chch, reisen die Suedinsel ab und dann geht unser Flieger auch schon am 4. Juli Richtung Deutschland. In Anbetracht der bevorstehenden Termine im Juli werden wir uns an dieses Datum halten, und nicht, wie zwischenzeitlich geplant, verlaengern.

 

2 Kommentare 14.5.07 07:06, kommentieren

jazzfanatics

Manchmal muss man einfach Glueck haben.

Man kann wochenlang krampfhaft durch diese Stadt rennen, jedem Job-Offer nachlaufen und Lebenslaeufe zur Bewerbung abgeben, ohne auch nur eine einzige Rueckmeldung, geschweige denn einen Job zu bekommen.

Und dann holter-di-polter macht eine neue Jazz-Bar im Alternativ-Viertel der Stadt auf, bietet jeden Abend geniale Live-Musik, eine gediegene Atmosphaere, erlesene Weine, reichlich Platz, bequeme Couch-Ecken zum Ausspannen und statt nur Stammgaeste da zu sein, bekommen wir beide einen Job dort. - Johanna wieder als Bartenderin und Kellnerin, Falko vorerst als Glas-Polierer und Kaffee-Kocher, immerhin mit der Perspektive, sich hochzuarbeiten.

Und diesmal gibt es nicht nur kuemmerlichen Mindestlohn sondern fuer hiesige Verhaeltnisse respektable 6,50 Euro.

Unter diesen Vorzeichen bleiben wir gern weitere 4 Wochen hier in Christchurch, geniessen die gluecklichen Umstaende, leben uns hier angenehm ein und verknusen so auch das Herbstwetter und die bestaendig kuerzer werdenden Tage.

Wobei: Ein bisschen neidisch sind wir schon auf den warmen Fruehling, der Euch in Deutschland gerade den Pelz braeunt.

4 Kommentare 19.4.07 08:13, kommentieren

immer noch christchurch

Achja, so viel Neues gibt es gar nicht zu berichten. Wir leben uns hier ein, in Christchurch. Der Herbst bricht nun endgueltig herein: Ab um 4 wird es daemmrig, kalt und es regnet mehr und mehr. Morgen wollten wir eigentlich auf die Halbinsel Akaroa fahren um ein Osterpicknick zu machen, aber das wird wohl nichts, wenn es weiter so pieselt.

Gestern waren wir zum Lunch bei einem Paaerchen eingeladen, leider sind wir ab um 16 Uhr vom Wein so muede gewesen, dass wir nur noch in den Van gefallen sind. Das Essen aber,war lecker. Spanisch!

Felicitas kommt auch aus Dresden, reist aber schon seit 3 Jahren durch die Welt. Und Giovanni, ihr Freund, ist halb Spanier und Italiener. Die beiden wollen fuer die naechsten 3 Jahre hier leben.

Und jetzt noch mal was Neues zu unseren Jobs: Falko arbeitet immer noch in der Kueche und Johanna ab Dienstag bei einer Promotion-Marketing-Firma. Der 4. Job in Christchurch...

Wir wuenschen Euch allen froehliche Ostern, und esst ein paar Eier fuer uns mit: Die hiesigen sind leider zu teuer!

 

2 Kommentare 7.4.07 05:26, kommentieren

jauchzet, frohlocket!

Es gibt endlich mal wieder ein paar Gruende zum Freuen.

Also erstens ist das Wetter gerade klasse und verwoehnt uns bei blauem Himmel mit ueber 20 Grad im Schatten.

Zweitens hat Johanna jetzt einen Full-Time-Job, bei dem sie mehr als nur zwei, drei Tage pro Woche arbeiten kann - noch dazu am Eisstand, mit gruenem Polo-Hemd, weisser Schuerze und rotem Halstuch. Und da fuettert sie nun taeglich die Neuseelaender mit "Gelato Italiano". Die WeightWatchers werden's ihr danken ;-)

Falko hat nun auch einen serioesen, festen Vertrag im Restaurant bekommen.

Und zum 1. April wird der Mindestlohn in Neuseeland um einen Dollar pro Stunde angehoben, was uns beiden jeweils 20 Euro mehr pro Woche einbringen wird. Und: Nein, das ist kein April-Scherz. (Man vergesse nicht, dass Neuseelaender keinen Humor haben.)

Ansonsten nur noch der Hinweis auf unsere neue Kategorie - falls ihr sie noch nicht bemerkt habt - mit dem selbsterklaerenden Titel "Sowas kann aber auch nur uns passieren..." Darin finden sich ein paar Anekdoten situationskomischen Zuschnitts, ueber die wahrscheinlich keiner ausser uns selbst richtig lachen kann. Macht aber nix.

2 Kommentare 31.3.07 06:56, kommentieren

herde goes christchurch

Auja, und was sich alles erst getan hat:

Schon lange sind wir nicht mehr in Blenheim, sondern inzwischen in der wunderschoenen, englischen Studentenstadt Christchurch! In Blenheim wollten sie uns nicht haben. Zugegeben: Unschuldig sind wir nicht daran!

Nachdem wir beschlossen hatten, Blenheim zu verlassen (Gruende waeren u.a. Scheissfreundlichkeit, schlechte Arbeitsbedingungen, schlechtes Hostelequipment), wollten wir unsere "weekly rent" wieder haben. Die Hostelbesitzerin weigerte sich strikt, uns unsere 100 $ wieder zugeben. Wir haetten andere Hostelmitmieter "upset" gemacht. Hae? Da half kein diskutieren, betteln, reden - wir sollten unsere 100 $ nicht wieder bekommen.

Nachdem wir vor die Tuer gesetzt worden waren, beratschlagten wir, was wir als naechstes tun sollten:

10 Minuten spaeter war Johanna bereits dabei, das gesamte Geschirr aus den Regalen des Hostels in den Muelleimer zu verfrachten, welchen Falko dann in den Garten schleppte und irgendwo versteckte. ;-) Danach fuhren wir zur Polizei um uns zu beschweren und Hilfe zu erbitten. Eine aufgebrachte Hostelbesitzerin erklaerte der Polizei, ihr Geschirr waere gestohlen worden, wir sollten zurueck kommen, wir bekaemen auch das Geld wieder.

Ende vom Lied ist: Sie hat ihr Geschirr wieder, wir haben Hausverbot, und die Polizei hat entschieden: Wir bekommen 40 $, mehr nicht! Dafuer bekommt sie jetzt noch zusaetzlich kostenlose Dessous geschickt... ;-) (Fragt nach! Fragt nach!)

Alles in allem macht sich gerade dicker Frust breit. Die Neuseelaender sind einfach mal hinterfotzig. Klar, sicher liegt es auch an unserer Einstellung, aber es ist einfach immer mehr dazu gekommen. Der Frust staut sich....

In Christchurch haben wir jetzt beide wieder einen Job: Falko als Tellerwaescher in einem Nobelschuben, bei dem Seriositaet bis zur Kuechentuer gilt, und Johanna als Kellnerin in einer deutschen Kneipe. So wie es aussieht, koennen wir noch getrost ein paar Wochen bleiben. Morgen haben wir beide frei, dann machen wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt und schicken Euch dann ganz aktuell die Bilder.

4 Kommentare 25.3.07 03:55, kommentieren

weinlese - nachlese

Am Sonntag war der erste grosse Erntetag fuer uns. Man wird bei der Weinlese nicht mehr nach Stunden bezahlt, sondern nach der Anzahl der Koerbe, die man pflueckt. Wir hatten uns schon seit Tagen darauf gefreut, denn es hiess, damit liesse sich endlich richtig gut Geld verdienen: Nicht mehr nur 10$ pro Stunde - nein, das doppelte sei drin, wenn man ranklotzt. Mit dieser Hoffnung vor Augen ignorierten wir also, dass Gott ueber den siebten Tag der Woche gesprochen hatte, man solle ihn fern der Arbeit verbringen, standen halb sechs auf und waren bei Sonnenaufgang in klammer Kaelte auf dem Weingut.

Viele andere Arbeiter hatten aber an diesem Morgen nicht die Kraft gefunden, so frueh aufzustehen... Es fehlten mindestens 15 Leute, die an diesem Tag zur Ernte eingeplant waren. Allerdings war das fuer uns auch kaum verwunderlich, denn waehrend wir am Samstag frei genommen hatten, mussten die anderen ueber 11 Stunden arbeiten – wieder nur zum mageren Stundenlohn. So hatten es sich die Supervisor mit den Arbeitern verscherzt – und das, obwohl ohnehin dutzende Erntehelfer fehlen!

Wir jedenfalls standen am Sonntag zwischen den Reben und stellten am Mittag fest, dass wir zwar knapp 400 kg Trauben gepflueckt hatten, aber bei dem lausigen Geld pro Korb insgesamt nur 75$ erarbeitet hatten. Zu zweit, wohlgemerkt. Das macht 19 Euro pro Person fuer 6 Stunden Arbeit. Zwei Schotten und einem Deutschen war es dann auch zu bloed, noch laenger fuer diesen mickrigen Lohn zu arbeiten und so fuhren wir zu fuenft mit der Havanette zum Hostel zurueck, und machten uns wenigstens einen entspannten Nachmittag.

(Bilder wie immer unter 'Watch Out')

2 Kommentare 14.3.07 01:27, kommentieren

blenheim

Ja, wir sind ein bisschen in Verzug mit unserem Reisebericht, aber das hat auch alles Gruende. Ausserdem sind wir jetzt Steuerzahler. Haben also keine Zeit mehr....aber der Reihe nach:

Nach Napier sind wir geradewegs nach Wellington gereist, um dort am Abend noch lecker beim Inder zu essen und uns das eine oder andere Bier im "Molly Malones" zu goennen. Viel Zeit hatten wir in der Kulturhauptstadt leider nicht, denn Johanna draengte es nach 5 Monaten Nordinsel, endlich auf die Suedinsel ueberzusetzen. Aber immerhin: Drei Tage waren es dann doch noch, in denen wir uns in Wellington die Zeit vertrieben haben. Wir haben uns mit ein paar alten, haesslichen, stillosen und frigiden Secondhand-Ladenbesitzerinnen angelegt, die uns Sachen nicht billig verkaufen wollte. Haben uns einen schoenen Abend im "MightyMighty" beim deutschen Chanson-Abend unter der Aufsicht Erich Honeckers gemacht.

 

                        

 

Da wir uns die Hostelmiete sparen wollten, haben wir uns unten am Hafen einfach auf einen Parkplatz gestellt, wo es auch oeffentliche Duschen gab. Gewohnt wie jeden Morgen - der Himmel war blau, der Strand voller Kindergartenkinder - stellten wir uns wieder, mit der Pracht unserer jungen, energiestrotzenden Koerper unter die Dusche. Prompt wurden wir gebeten, uns doch hier nicht oeffentlich nackt zu duschen, die Kinder wuerden schon gucken, das ginge so nicht....

Ja, aber sobald die dann 18 sind fahren, die nach Coromandel und filmen andere beim Nacktbaden...weil sie Mami und Papi nicht naggig sehn duerfen. Das is IIICKS! Die hamm doch den Knall nicht gehoert....Da fragt man sich doch, wie die Neuseelaender duschen. Angezogen?

 

Nach der dreistuendige Ueberfahrt kamen wir in Picton an und wurden von einem Schild gewarnt: Wer hier eine Biene einfuehrt, muss 200 000 $ zahlen und wandert 5 Jahre ins Gefaengnis. Joa, haben wir uns gedacht, da bleiben wir wenigstens laenger in Neuseeland!

Weiter ging es noch an diesem Tag nach Blenheim, wo wir schon am naechsten Tag auf einem Vinyard angefangen haben. Diesmal waren es keine Polnischen Verhaeltnisse...lassen wir es Russische gewesen sein. :-)

Gerade faengt die Ernte an. Und Hochsaison bedeutet: 10 Stunden Arbeit pro Tag. Wir muessen die Weintrauben abschneiden und in Eimer tun. Einfach, aber es geht aufs Kreuz und in die Knie. Wir haben 3 Schnittwunden in 2 Tagen und zwei verbrannte Nacken zu verzeichnen. Johanna streikt nach 9 Stunden, Falko dann aber auch nach 10. Wir wollen noch zwei Wochen durchziehen und uns dann wieder mit weiterreisen belohnen.


 

1 Kommentar 10.3.07 03:45, kommentieren

nach dem berg ist vor dem berg

Nach unserer Rueckkehr aus den Bergen zog es uns wieder an die Kueste, nach Napier. Die Stadt ist umgeben von unzaehligen Apfelplantagen und Vineyards, auf denen bevorzugt Backpacker arbeiten - Triebe beschneiden, Kronen ausduennen, Netze gegen Voegel spannen und natuerlich: Ernten.

Wir wollten uns endlich auch Geld verdienen, weil das Reisen auf Dauer doch an die finanzielle Substanz geht. Wir suchten uns ein Hostel, das erlaubte, in der Havanette zu schlafen und trotzdem Dusche, Kueche, Waschmaschine etc. zu nutzen - was immerhin etwa 50% Uebernachtungskosten spart.

Das Hostel, was wir letztlich fanden, bot ueberdies sogar einen kleinen Swimmingpool und organisierte uns spontan einen Job auf einer Weinplantage.

Zum Lohn von polnischen Wanderarbeitern blieben wir zwei Tage, rupften unreife Weintrauben von den Rebstoecken und schuetzten die reifen Trauben mit Netzen gegen Voegel. Es war uns aber zu bloed, laenger dort zu arbeiten, weil rings um uns einige Brasilianer mit unserem Supervisor nur in ihrem Van gammelten und ausdauernd kifften. Eine Einweisung in den Job hatten wir auch nicht bekommen. Und als wir schliesslich am Samstag um 6 aufgestanden waren, um puenktlich bei der Arbeit zu sein, unser Supervisor aber erst um zehn mal kurz vorbeischaute und nach einer halben Stunde wieder verschwand, war bei uns das Fass uebergelaufen.

Wir goennten uns immerhin noch einen Kino-Abend, schlenderten mal ueber die Einkaufsmeile, liehen uns Fahrraeder aus und verarbeiteten frische Aepfel mit Zitronensaft und Zimt zum weltbesten Apfelmus.

Da wir in dieser Woche aber nur soviel Geld verdient hatten, dass es die anfallenden Kosten deckte, machten wir uns gestern auf nach Wellington, wo wir nach sechs Stunden Fahrt recht muede ankamen und noch kurz den Irish Pub besuchten, in dem Johanna ueber zwei Monate gearbeitet hatte.

Jetzt buchen wir die Faehre und setzen morgen auf die Suedinsel ueber, wo die Weinernte auf uns wartet. Oder uns schon fuerchtet...

1 Kommentar 28.2.07 05:31, kommentieren